UBoPlus – Ulmer Bodenpolitik Plus: Innovative Instrumentenmixe für Wohnraumschaffung und Bestandsumbau
Projektziele:
Mit einer seit Jahrzehnten betriebenen Bodenvorratspolitik kann die Stadt Ulm als Vorreiterin in Deutschland bezeichnet werden. Trotzdem ist auch Ulm aufgrund der krisenhaften Entwicklung der Baukosten und Bodenpreise, der geforderten Dekarbonisierung des Gebäudesektors, der fortschreitenden Verknappung entwicklungsfähiger Flächen bei gleichzeitig anhaltendem Bevölkerungswachstum mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert. Daher muss der bisher verfolgte boden- und planungspolitische Ansatz weiterentwickelt werden. Es gilt, neue Konzepte der Innenentwicklung und der Bestandserneuerung im Spannungsfeld von Effizienz- und Suffizienzzielen mit der Zivilgesellschaft zu entwickeln und zu erproben. Dies soll im Forschungsvorhaben im Rahmen eines Transformationsclusters analysiert und begleitet werden.
Im Vorhaben werden verschiedene Arbeitsschwerpunkte gesetzt. STE bearbeitet hierbei die folgenden zwei Arbeitspakete:
- Zu Beginn wird ein literaturbasierter Überblick über den Einsatz von bodenpolitischen Instrumenten in deutschen Kommunen erarbeitet und die internationale Debatte über die Nutzung innovativer Instrumente des Planungs- und Bodenrechts umfassend reflektiert. Um die literaturgestützte Auseinandersetzung mit dem Thema zu erweitern, werden zusätzlich Interviews mit Akteuren geführt, welche über umfangreiches praktisches Wissen über die Strategien und Instrumente kommunaler Bodenpolitik und ihre Wirkungen verfügen. Hauptziel der Literaturrecherche sowie der Interviewserie ist es zum einen, die aktuelle bodenpolitische Praxis kritisch zu reflektieren und zum anderen, wissenschaftliche Impulse zu vermitteln, wie die politisch-instrumentelle Ansätze weiterentwickelt werden können.
- Zudem beinhaltet das Forschungsvorhaben die Entwicklung und Anwendung eines wirkungsanalytischen Modells. Ziel ist es, die intendierten und nicht-intendierten Wirkungen von einzelnen Instrumenten oder Instrumenten-Mixen zu erfassen und zu bewerten. Es soll ermittelt werden, inwieweit verschiedene Formen der kommunalen Bodenpolitik erfolgreich sind, um den gemeinwohlorientierten Zugriff von Kommunen auf Gebäudebestände und Bauland zu verbessern und die Bereitstellung bezahlbaren Wohnraum zu erleichtern. Folglich bezieht die Analyse auch die Wirksamkeit der Instrumente in Bezug auf die Effektivität in der Schaffung von neuem Wohnraum, die Kosten des Wohnens und die Erneuerung des Bestands mit ein.
Projektlaufzeit
01.04.2025 – 31.03.2030
Fördermittelgeber
BMFTR
Förderkennziffer:
01UR2505C
Kooperationspartner
Zentrum für Interdisziplinäre Risiko- und Innovationsforschung an der Universität Stuttgart (ZIRIUS), Wissenschaftsladen Bonn e.V. (WILA), Stadt Ulm
Projektwebseite
Ansprechpartner
Prof. Dr. Stefan Siedentop (stefan.siedentoptu-dortmundde)
Melissa Münster, M.Sc. (melissa.muenstertu-dortmundde)
Publikationen
