Ergebnisse des DFG Projekt „The Big Sort – Funktionale Entmischungsprozesse in der reurbanisierten Stadtregion

Die Bewahrung und Schaffung nutzungsgemischter Stadtstrukturen gehört seit Langem zu den Kernzielen der deutschen Stadtentwicklungspolitik. In Widerspruch dazu kam es in den vergangenen Jahren jedoch zu einer schleichenden Segregation in traditionell gemischten innerstädtischen Quartieren, von der insbesondere emittierende Betriebe der Leichtindustrie und des Handwerks betroffen sind. Mit den für fünf nordrhein-westfälische Stadtregionen (Aachen, Bonn, Düsseldorf, Köln und Münster) erzielten empirischen Ergebnissen konnte die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Studie zeigen, dass die Stadtentwicklungsplanung dabei eine Mitverantwortung trägt. Als wichtigste Ursache der Verdrängung kann in Übereinstimmung mit internationalen Forschungsbefunden die Überplanung früherer Gewerbegebiete zugunsten von Wohnnutzungen und höherwertigen Dienstleistungen benannt werden. Aber auch mangelnde Erweiterungsmöglichkeiten am bisherigen Betriebsstandort und Immissionskonflikte in der Nachbarschaft sind relevante Wirkfaktoren, die zu indirekten Formen von Verdrängung beitragen. Das städtebauliche Planungsinstrumentarium erweist sich als limitiert, solchen Prozessen erfolgreich entgegenzuwirken. In einem neuen Bericht der STE-Reihe „Arbeitspapiere“ werden die Ergebnisse des Forschungsvorhabens ausführlich dargestellt.
